Fachtagung 2024

Hybrid Fachtagung

Ernährung, Bewegung und Entspannung im Dreiklang: Wie gelingt gesundes Aufwachsen für alle Kinder?

Ein Theorie-Praxis-Transfer
Donnerstag, den 5. September 2024 und Freitag, den 6. September 2024

Inhalt und Format

Die ganzheitliche Gesundheit und Entwicklung von Kindern ist von zentraler Bedeutung für ihre zukünftige Lebensqualität und ein gelingendes Leben. Die belastenden Folgen der Corona-Pandemie sowie der andauernden politischen und gesellschaftlichen Krisen sind für Kinder in allen Lebensbereichen besonders spürbar – insbesondere für Kinder aus Familien, die von diesen Belastungen stärker betroffen sind.

Die Fachtagung zeigt auf, welch wichtige Bedeutung ein „Dreiklang“ aus Ernährung, Bewegung und Entspannung auf die physische und psychische Gesundheit von Kindern hat. Mit unserer Fachtagung möchten wir diejenigen stärken und weiterbilden, die mit Kindern (und/oder ihren Eltern) von 0 bis 10 Jahren in ihren jeweiligen Berufsfeldern tagtäglich zu tun haben. Dazu gehören unter anderem Mitarbeitende in Kindertageseinrichtungen (Kitas), Grundschulen, Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe, Jugendämter, Gesundheitsämter, Kinder- und Frauenschutzhäuser, Beratungsstellen sowie Hebammen, Mitarbeitende der Frühen Hilfen, der Nachmittagsbetreuung an Grundschulen, in Sportvereinen und Freizeiteinrichtungen für Kinder. Auch Kinderärzt:innen und Kinder- und Jugendpsychotherapeut:innen sind herzlich zur Fachtagung eingeladen.

Die Ärztekammer Hamburg hat unseren Antrag auf Fortbildungsanerkennung der Fachtagung bewilligt. Am ersten Fachtagungstag, den 05.09.2024, erhalten die Teilnehmenden 6 Fortbildungspunkte und am zweiten Fachtagungstag, den 06.09.2024, 8 Fortbildungspunkte. Allen Teilnehmenden wird im Nachgang zur Tagung eine Teilnahmebescheinigung per E-Mail zugesendet.

Die Fachtagung wird am 05.09.2024 im Hybrid-Format stattfinden. Das bedeutet, die Teilnahme ist entweder in Präsenz in der HAW möglich oder per Livestream über Zoom. An den Workshops am zweiten Fachtagungstag, den 06.09.2024, werden Sie in einer Gruppengröße von ca. 20 Personen in den Lehrräumen an der HAW, Alexanderstraße 1 in Hamburg, nur in Präsenz teilnehmen.

Wenn Sie sich am ersten Fachtagungstag für die Teilnahme über Zoom entschieden haben, benötigen Sie einen internetfähigen PC oder Laptop mit Video- und Audiooption. Wir stellen Ihnen mit den Tagungsunterlagen einen Online-Leitfaden zur Verfügung.

Das PDF mit dem Programm und allen wichtigen Informationen zur Fachtagung 2024 finden Sie hier. 

Donnerstag, 05.09.2024

09:00 Ankommen & Akkreditierung (nur für Teilnehmer:innen in Präsenz)
09:15 Freischaltung des Zoom-Zugangs (nur für Online-Teilnehmer:innen)
09:30 Begrüßung und Grußworte
u.a. Prof. Dr. Dr. Christine Joisten, Professorin für Bewegungs- und Neurowissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln
10:00 I1 Interview mit Dr. med. Thomas Fischbach
10:15 V1 Vortrag Dr. rer. biol. hum. Anne Kaman
11:15 Tee- und Kaffeepause
11:35 V2 Vortrag Prof. Dr. phil. Renate Zimmer
12:45 Mittagessen
13:45 A1 Aktivierung und Beitrag „FC FUNDUS“ durch Christopher Weymann
14:15 V3 Vortrag Dr. Friedrich Schorb
15:00 V4 Vortrag Prof. Dr. Anja Carlsohn
16:00 Reflexion und Ausblick mit Stifterin Ingrid Ehlerding
16:30 Ende des ersten Veranstaltungstages

Freitag, 06.09.2024

09:00 Ankommen & Akkreditierung
09:30 Begrüßung an der HAW
10:15 Beginn der Workshops (WS) 1-10
12:30 Mittagessen
13:30 Beginn der Workshops (WS) 1-10
15:45 Gemeinsamer Ausklang mit musikalischer Einlage durch Marion Böller
16:00 Ende des zweiten Veranstaltungstages

Moderation 05.09.2024: Johannes Büchs
Johannes Büchs arbeitetet als Autor und Moderator für die „Sendung mit der Maus“. Er wurde u.a. für den Grimme-Preis nominiert und erhielt den DGE-Journalistenpreis und UmweltMedienpreis. Neben seinem journalistischen Engagement arbeitet er als Executive Trainer im Bereich Medientraining, Keynote und Präsentieren mit Storytelling.

Johannes Buechs

Bildrechte: Ben Knabe

Je nach Teilnahmeart und Tag wird eine unterschiedliche Teilnahmegebühr erhoben (inkl. Tagungsunterlagen), die nach Zusendung der Rechnung innerhalb von zwei Wochen überwiesen werden muss.

Early Bird-Preis Regulärer Preis (ab dem 01.08.24)
Gebühr bei Teilnahme nur am 05.09.2024 (Vorträge & Interviews) in Präsenz: 85,- € 100,- €
Gebühr bei Teilnahme nur am 05.09.2024 (Vorträge & Interviews) online: 65,- € 80,- €
Gebühr bei Teilnahme an beiden Fachtagungstagen in Präsenz: 160,- € 175,- €
Gebühr bei Teilnahme am 05.09.2024 online und am 06.09.2024 in Präsenz: 140,- € 155,- €

Eine Teilnahme am 06.09.24 (Workshops) ist nur in Präsenz möglich. Es ist nicht möglich, nur den 06.09.24 (Workshops) zu buchen, da die am ersten Tag in den Vorträgen und Interviews vermittelten Inhalte als Grundlage für die Workshops gelten.

Die unterschiedlichen Tagungsgebühren ergeben sich aus der Tatsache, dass bei einer Teilnahme in Präsenz Mehrkosten u.a. durch Verpflegung der Teilnehmenden anfallen.

In den Teilnahmegebühren in Präsenz (gilt für beide Tage) ist eine hochwertige Tagesverpflegung inklusive Getränken inbegriffen.

Die Tagung ist nach §4 Nr.22 UStG umsatzsteuerfrei.

Nach Ihrer Anmeldung erhalten Sie eine Rechnung mit dem Teilnahme-Beitrag. Erst wenn dieser bezahlt ist, sind Sie verbindlich angemeldet. Sie erhalten nach Zahlungseingang eine Zahlungsbestätigung.

Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg)
Versammlungsstätte und Lehrräume
Alexanderstraße 1
20099 Hamburg

Inhaltliche Fragen:
Wiebke Warnke, warnke@ehlerding-stiftung.de

Fragen zur Anmeldung und Rechnung:
Juliane Moritz-Dachwitz, fachtagung@ehlerding-stiftung.de

Telefonische Rückfragen: 040 411723-0

Eine Fachtagung der:

in Kooperation mit:

haw hamburg logo

gefördert durch:

mit freundlicher Unterstützung der:

Vorstellung der Interviews und Vorträge sowie der Referent:innen am 05.09.2024

I1 Dr. med. Thomas Fischbach
Kinderarzt, ehem. Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (2015 – 2023)

Das Fachtagungsthema aus Sicht eines Kinderarztes: Probleme benennen und gemeinsame Perspektiven aufzeigen

Die steigende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Kindern stellt eine bedeutende Herausforderung für alle Akteur:innen im Sozial- und Gesundheitswesen dar. Die Ursachen hierfür sind vielfältig: genetische Veranlagung, Ernährungsgewohnheiten, unzureichende körperliche Bewegung, verschiedene Stressoren und Umweltfaktoren. Diese Faktoren interagieren auf komplexe Weise und tragen zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Übergewicht bei Kindern bei.

Die Auswirkungen von Übergewicht und Adipositas erstrecken sich über körperliche Gesundheitsthemen hinaus und umfassen psychosoziale Belastungen sowie langfristige gesundheitliche Risiken. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und psychische Beeinträchtigungen sind nur einige der potenziellen Folgen, die die Lebensqualität der betroffenen Kinder erheblich beeinträchtigen können. Es ist notwendig, Stigmatisierungen und eigenen Versagensvorwürfen vorzubeugen sowie Betroffene ganzheitlich zu behandeln und zu stärken.

Die Prävention von Übergewicht und Adipositas bei Kindern erfordert eine umfassende, interdisziplinäre Herangehensweise ohne Abwertung übergewichtiger Menschen. Das familiäre Umfeld, Hebammen, pädagogische und therapeutische Fachkräfte, Kinderärzt:innen und Wissenschaftler:innen spielen eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung für die Bedeutung einer gesunden Lebensweise und der Schaffung unterstützender Umgebungen. Dieses kann aber nur umfassend gelingen, wenn auch politische Weichen hierfür gestellt werden und die Förderung der Gesundheit von Kindern als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erkannt wird.

Kurzvita Dr. med. Thomas Fischbach:
Thomas Fischbach, Dr. med., studierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Humanmedizin und promovierte 1985. Von 1985 bis 1989 machte er am Bundewehrkrankenhaus in Osnabrück und im Bethesda-Krankenhaus Wuppertal eine Weiterbildung zum Arzt für Anästhesiologie. Seine 1990 beginnende Weiterbildung zum Kinderarzt am Städt. Klinikum Solingen beendete er 1994 als Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Seit 1994 ist Dr. med. Thomas Fischbach in überörtlicher Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin in Solingen niedergelassen.

Herr Dr. Fischbach setzt sich in vielen gesellschaftspolitischen Bereichen für die sozialen und gesundheitlichen Belange von Kindern und Jugendlichen ein. So war er von 2015 bis 2023 Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen. Seit 2020 ist er beratendes Mitglied der AG Kinderrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses und ist Mitglied des Nationalen Rates gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Herr Dr. Fischbach engagiert sich als Vorstandsmitglied in der Deutschen Liga für das Kind und ist Kuratoriumsvorsitzender der Deutschen Stiftung Kinderzukunft NRW.

V1 Dr. rer. biol. hum. Anne Kaman
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leitung der Forschungssektion „Child Public Health“ der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland – Forschungsstand und Perspektiven

Der Grundstein für eine gesunde Entwicklung von Kindern wird bereits in den ersten Lebensjahren gelegt. In dem Vortrag wird ein Überblick über Ergebnisse zur Kindergesundheit der bundesweiten KiGGS-Studie und dessen Vertiefungsmodul zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (BELLA-Studie) gegeben. Neben der körperlichen Gesundheit und den Aspekten Bewegung und Ernährung wird auch die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen beleuchtet.

Basierend auf den Ergebnissen der bundesweiten COPSY-Studie werden Auswirkungen der COVID-19-Pandemie sowie weiterer Krisen auf die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen vorgestellt. Es wird diskutiert, welche Strategien und Rahmenbedingungen es braucht, um allen Kindern ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen.

Kurzvita Dr. rer. biol. hum Anne Kaman:
Anne Kaman, Dr. rer. biol. hum., studierte Gesundheitswissenschaften an der HAW Hamburg und ist seit 2017 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Psychosoziale Medizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf tätig. Sie leitet dort stellvertretend die Forschungssektion „Child Public Health“ der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Sie hat 2021 zum Thema „Psychische Gesundheit und Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen – eine Public Health Perspektive“ promoviert und wurde mit dem Hedwig Wallis-Promotionspreis für Psychosoziale Medizin ausgezeichnet.

Sie arbeitet in nationalen und internationalen Forschungsprojekten zur Kinder- und Jugendgesundheit mit Fokus auf psychische Gesundheit und Wohlbefinden und leitet eine interdisziplinäre Juniorforschungsgruppe zu den Folgen der Pandemie und anderer globaler Krisen auf die Kinder- und Jugendgesundheit.

V2 Prof. Dr. phil. Renate Zimmer
Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt Frühe Kindheit, Prof. (i.R.) für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Osnabrück

Wer sich bewegt kommt voran – Voraussetzungen für Bildung und Gesundheit von Anfang an

Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, ein positives Selbstwertgefühl und die Gewissheit, selbst etwas bewirken zu können ist die Voraussetzung für die Entwicklung psychosozialer Gesundheit. Der Vortrag thematisiert die Bedeutung von Bewegungserfahrungen für ein gesundes Aufwachsen der Kinder.

Kurzvita Prof. Dr. phil. Renate Zimmer:
Vor Beginn ihrer wissenschaftlichen Laufbahn war Renate Zimmer hauptamtlich als Lehrerin an einem Gymnasium und an einer Grundschule tätig. 1981 wurde sie zur Professorin für Sportwissenschaft (Universität Osnabrück) berufen. Neben ihrer Tätigkeit als ordentliche Professorin leitete sie von 2007 bis 2018 das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe).

Von 2001 bis 2014 war Renate Zimmer als Lehrbeauftragte und Gastprofessorin an der Freien Universität Bozen/Italien tätig. Forschungsaufenthalte und Lehraufträge führten sie darüber hinaus an Universitäten in Griechenland, Österreich, Polen, China, Japan und Südkorea. Aus ihrem vielfältigen beruflichen, aber auch ehrenamtlichen Engagement sind besonders herauszuheben die bundesweiten Kongresse „Bewegte Kindheit“, die von Renate Zimmer 1991 an initiiert wurden und in regelmäßigen Abständen in Osnabrück stattfanden. Mit 3000 Teilnehmer:innen gehörten sie zu den größten Kindheitskongressen in Deutschland.

Für ihr bildungs- und gesellschaftliches Engagement für Kinder wurde Renate Zimmer 2007 mit dem Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 2010 erhielt sie in einem bundesweiten Wettbewerb der Zeitschrift UNICUM BERUF den Titel „Professorin des Jahres 2010“. Aktuell ist sie als wissenschaftliche Beraterin unterschiedlicher Ministerien und Institutionen tätig und leitet mehrere Projekte.

Renate Zimmer gründete 2020 das Institut Bewegte Kindheit, das sich mit der Beratung und Begleitung von Projekten zu aktuellen frühpädagogischen Themen befasst.

Bildrechte: Conny May

A1 Christopher Weymann
Theatermacher, Performer, Künstlerische Leitung FUNDUS THEATER / Forschungstheater

Theater muss wie Fußball sein

Trifft Sportpädagogik auf Theater, dann geht vieles, was vorher nicht ging. Denn wenn Fußball wie Theater ist, dann wollen wirklich alle mitspielen dürfen.

Theater muss also wie Fußball sein. Das hat nämlich schon Brecht gesagt und das finden auch die Theaterberater:innen – der Beirat des FT, bestehend aus Kindern und Jugendlichen mit internationaler Familiengeschichte. „Fußball spielen und über Diskriminierung reden“ hieß deren Auftrag ans Theater: Daraus entstanden ist der FC FUNDUS – eine Performance in der Sporthalle, bei der Theater auf Sportpädagogik trifft.

Dabei eröffnet sich im Spiel ein Raum zum Austausch auf Augenhöhe mit den Kindern über Diskriminierungserfahrungen aufgrund unseres Aussehens oder Identität. Und für die Kinder noch viel wichtiger: Wenn Fußball wie Theater ist, dann bleibt keine:r in der „Kein Bock“ Ecke sitzen und alle wollen mitspielen dürfen. Deshalb spielen wir jetzt mal drei Runden echten Fußball und echtes Theater – gleichzeitig!

Kurzvita Christopher Weymann:
Christopher Weymann ist queer-feministischer Performer und Theatermacher für ein junges Publikum. Als Teil der künstlerischen Leitung des FUNDUS THEATER / Forschungstheater (FT) realisiert er in co-kreation mit Kindern und Jugendlichen Projekte und Inszenierungen im Spannungsfeld von Kindheit, Wissenschaft und Kunst. Seit 1980 entführt das FT sein Publikum in ein Paradies der Zeichen, dorthin, wo Bild und Sprache, Geste und Material, Tanzfigur und Geräusch gleichberechtigt nebeneinanderstehen. 2003 ist aus dieser Tradition das Forschungstheater als szenisches Labor entstanden.

Bildrechte: Marcus Wiechmann

V3 Dr. Friedrich Schorb
Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen

Körperbilder, Gewichtsdiskriminierung und Bodyshaming in der Kindheit

Bereits in Kita und Grundschule sind Kinder von Gewichtsdiskriminierung betroffen. Material zur Prävention von Mehrgewicht bei Kindern stellt die Ursachen für ein erhöhtes Körpergewicht oft einseitig dar. Positive dicke Identifikationsfiguren verschwinden aus kindlichen Lebenswelten. Der Vortrag geht auf Ursachen und Auswirkungen von Gewichtsdiskriminierung bei Kindern ein und stellt positive Gegenbeispiele vor.

Kurzvita Dr. Friedrich Schorb:
Dr. Friedrich Schorb studierte an den Universitäten Bremen und Pamplona (Spanien) Soziologie, Geschichte und Arbeitswissenschaften mit Abschluss Magister. Nach seinem Studium war er als Dozent und freier Autor tätig. Seit 2009 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bremen tätig. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Soziale Ungleichheit und Gesundheit, Soziologie der Gesundheit, Gewichtsdiskriminierung und Fat Studies.

V4 Prof. Dr. Anja Carlsohn
Ernährungswissenschaftlerin, HAW Hamburg, Fakultät Life Sciences

Ernährungsempfehlungen und gemeinschaftsgastronomische Angebote in Kita und Schule aus Perspektive von Gesundheit und Nachhaltigkeit

Derzeit sind etwa 25-30% der globalen Treibhausgasemissionen auf den Agrar- und Ernährungssektor zurückzuführen. Individuelle und planetare Gesundheit, Umweltschutz, Tierwohl und soziale Chancengleichheit sind wesentliche Dimensionen einer nachhaltigeren Ernährungsweise.

Ein nachhaltig ausgestaltetes gemeinschaftsgastronomisches Angebot, beispielsweise in der Kita- und Schulverpflegung, hat daher enormes Potential, aufgrund der hohen Erreichbarkeit von Kindern und Familien nahezu unabhängig vom sozioökonomischen Status eine nachhaltigere Ernährung als Standardoption und „new normal“ zu etablieren.

Gemeinschaftsgastronomische Angebote können zudem – nicht nur in Bildungseinrichtungen wie Kitas und Schulen – durch informelles Lernen und Modelllernen („Nachahmen“) zu Transfereffekten in die Familien führen. Die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für die Verpflegung in Kindertageseinrichtungen sowie in Schulen berücksichtigen diverse Aspekte einer nachhaltigeren Ernährung entlang der Warenwirtschaftskette – von der Planung des Speisenplans, über den Einkauf, die Lagerung, Produktion und Ausgabe bis hin zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung und Verpackungen.

Auch die im März 2024 veröffentlichten neuen Ernährungsempfehlungen der DGE rücken Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit stärker in den Fokus, wodurch sich Orientierungswerte für den Verzehr von Lebensmitteln aus den verschiedenen Lebensmittelgruppen etwas verändert haben. Eine vorranging pflanzenbasierte Kost ist demnach weiterhin für die individuelle und planetare Gesundheit auch in der Kita- und Schulverpflegung evidenzbasiert empfehlenswert.

Kurzvita Anja Carlsohn:
Prof. Dr. Anja Carlsohn lehrt und forscht seit 2018 an der HAW Hamburg, Fakultät Life Sciences, Department Ökotrophologie im Schwerpunkt Ernährung und Gesundheit in verschiedenen Settings. Ein besonderer Fokus liegt auf den Zusammenhängen zwischen Ernährung, körperlicher Aktivität und Gesundheit sowie der Sporternährung. Zuvor war sie von 2013-2018 an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd als Juniorprofessorin in der Gesundheitsförderung tätig. Carlsohn promovierte 2009 über Ernährung von jugendlichen Leistungssportlern an der Universität Potsdam und war von 2009-2013 als Postdoc an der Hochschulambulanz Potsdam aktiv. Seit 2021 ist sie Sprecherin der AG Sporternährung der DGE.

Vorstellung der Workshops und Referent:innen am 06.09.2024

WS1 Marion Böller
Erzieherin, Musikpädagogin, Autorin und Dozentin für musikpädagogische Konzepte

Musik – das Spiel zwischen Bewegung und Entspannung

Bewegung heißt nicht nur die motorische Fortbewegung, sondern auch die geistige Bewegung. Unser Leben besteht aus Bewegung, sei es im täglichen Tun, beim Sport, im Schlaf, beim Denken, selbst wenn wir Träumen sind wir in der Bewegung.

Ohne Bewegung kommen wir nicht weiter. Neben der Bewegung ist das Feld Entspannung genau der Gegenpol. Wenn wir also von Anspannung sprechen, kann diese nur funktionieren, wenn wir auch die Entspannung kennen. Ein Muskel kann sich demnach nur Entspannen, wenn er vorher angespannt war.
Was bedeutet das für uns und für die tägliche Arbeit und wie kann Musik unterstützen, ein gutes Maß an Anspannung und Entspannung hinzubekommen. Durch gezielte musikalische Übungen können wir Kindern helfen, aus der Anspannung zu gelangen und ein Wohlbefinden herzustellen, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen.

Kurzvita Marion Böller:
Marion Böller, Jahrgang 1975, hat ihre Erzieherinnenausbildung am Konservatorium der Johannes Kessels Akademie 1994 abgeschlossen und sowohl in Kitas als auch in der Jugendarbeit viele Jahre gearbeitet. Mit dem Zusatzstudium der Musikpädagogik arbeitete sie viele Jahre bei der Yamaha Music School und schrieb dort ihre ersten Musikkonzepte. Mit der 2010 eröffneten Musikschule LÜTTE SKOL und 2021 mit der Fernschule für Musikpädagogische Weiterbildung gibt sie Wissen an Kindern und Pädagog:innen weiter.

Der Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Verbindung von Musik und den verschiedenen Bildungskompetenzen, wie Somatik, Sprache, Mathematik, Natur und Umwelt, soziale und kulturelle Bildung, sowie die ästhetische Kompetenz.

WS2 Annedore Fricke
Dipl.-Ökotrophologin, Klasse2000-Regionalkoordinatorin Hamburg + Niedersachsen Nord

Ganzheitliche Gesundheitsförderung für Kinder im Grundschulalter am Best-Practice-Beispiel „Klasse2000“

Wie gelingt eine ganzheitliche Gesundheitsförderung von Kindern im Grundschulalter? Das erfahren die Teilnehmenden am Beispiel von Klasse2000, dem bundesweit größten Programm zur Gesundheitsförderung, Gewalt- und Suchtvorbeugung in Grundschulen, dessen Wirksamkeit durch wissenschaftliche Studien belegt ist.

Praktische Elemente und Übungen aus dem Programm verdeutlichen die Arbeitsweise von Klasse2000. Das Programm begleitet Kinder mit folgenden Themen von Klasse 1 bis 4, um ihre Gesundheits- und Lebenskompetenzen zu stärken:

  • Gesund essen & trinken
  • Bewegen & entspannen
  • Sich selbst mögen & Freund:innen haben
  • Probleme & Konflikte lösen
  • Kritsch denken & Nein sagen

Klasse2000 arbeitet mit einem positiven Ansatz: Spielerisch erfahren die Kinder, wie viel Spaß es macht, gesund zu leben. Als Sympathiefigur führt KLARO die Kinder durch den Unterricht. Unabhängige Forschungsinstitute verglichen in mehrjährigen Studien Klasse2000-Kinder mit Kindern, die nicht am Programm teilgenommen hatten. Die Studien belegen zahlreiche positive Effekte im Grundschul- und Jugendalter, u.a. eine günstigere Entwicklung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens im Grundschulalter.

Kurzvita Annedore Fricke:
Annedore Fricke hat Ökotrophologie in Kiel studiert. Seit 2010 arbeitet sie für den Verein Programm Klasse2000 e.V. – zunächst als Gesundheitsförderin an Grundschulen im Landkreis Stade, seit 2022 als Regionalkoordinatorin für Hamburg und Niedersachsen Nord. Sie ist die Ansprechpartnerin für die Grundschulen dieser Regionen und für die Pat:innen, die das Programm finanziell unterstützen. Darüber hinaus schult und betreut sie die Gesundheitsförder:innen, die als externe Fachkräfte in die Klassen gehen und gemeinsam mit den Lehrkräften die KLARO-Stunden durchführen.

Bildrechte: HAG

WS3 Maria Gies
Dipl.-Kunsttherapeutin, Referentin für den Arbeitsbereich Gesund Aufwachsen bei der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG)

Alle Eltern an Bord – durch niederschwellige Zugänge Teilhabe fördern. Elternberatung zu den Themen Ernährung und Bewegung in Krippe und Kita

Eltern unabhängig von familiärer Sozialisation, Sprachkenntnissen und Bildungsstatus zu erreichen, ist gleichzeitig Wunsch und Herausforderung für viele Fachkräfte. Im Workshop werden Gelingenskriterien für eine gute Zusammenarbeit erarbeitet.

Kurzvita Maria Gies:
Maria Gies ist Referentin für den Arbeitsbereich Gesund Aufwachsen bei der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V. (HAG). Sie hat das Eltern-Programm Schatzsuche entwickelt und begleitet die bundesweite Umsetzung und Entwicklung. Sie hat langjährige Erfahrungen in der Fortbildung, Beratung und Moderation von Fachkräften im Setting Kita zu den Themen seelische Gesundheit, Zusammenarbeit mit Eltern und sexuelle Bildung.

WS4 Janna Hilger-Schneele, Melina Bergsdorf
Janna Hilger-Schneele: Politikwissenschaft und Pädagogik M.A., Geschäftsführung SchlauFox e.V., Trainerin in der Kinder- und Jugendarbeit.
Melina Bergsdorf: Ökotrophologie B.Sc., Projektkoordinatorin Plietsche Kinderküche & Plietsche Kinderküche Willkommen bei SchlauFox e.V.

Kinderleicht gesund: Kochen, Motivieren und Vorbild sein für ein gesundes Aufwachsen. Praktische Tipps für Fachkräfte zur handlungsorientierten Ernährungsbildung

Der Workshop richtet sich an alle pädagogischen Fachkräfte, die sich für eine praxisnahe Umsetzung von Ernährungsinhalten in ihrer Arbeit mit Kindern und Eltern interessieren.

Die Referentinnen stellen in Kürze ihr Programm „Plietsche Kinderküche“ vor. Flankiert durch kleine fachliche Inputs teilen sie Methoden und praxisnahe Beispiele, um Kinder und Eltern für eine ausgewogene Ernährung zu begeistern. Wir kommen ins Gespräch über Ansätze zur Einbindung der Eltern und blicken dabei auf Themen wie Selbstwirksamkeit, Partizipation und Empowerment.

Erfahren Sie, wie Sie mit einfachen Mitteln einen bedeutenden Beitrag zur Förderung eines gesunden Aufwachsens leisten können, und tauschen Sie Ihre Erfahrungen zum Thema Ernährungsbildung in Kitas, Grundschulen und Familien aus.

Kurzvita Janna Hilger-Schneele:
Janna Hilger-Schneele ist Mitgründerin und ist Geschäftsführung von SchlauFox e.V. Wann immer sich die Gelegenheit ergibt, konzipiert und leitet sie mit Begeisterung Workshops: Schwerpunkte sind die Qualifizierung Ehrenamtlicher, Honorarkräfte oder Fachkräfte für die Arbeit mit belasteten Kindern und Jugendlichen, die Beratung von Bildungsträgern u.a. in der Kooperation mit Schule oder die Methodik zum effektiven Lernen und der Potenzialarbeit.

Kurzvita Melina Bergsdorf:
Melina Bergsdorf ist Ökotrophologin und arbeitet seit 2021 bei SchlauFox e.V. im Programm Plietsche Kinderküche und Plietsche Kinderküche Willkommen. Sie ist zuständig für die Qualifizierung, Beratung und Begleitung Ehrenamtlicher in der handlungsorientieren Ernährungsbildung für Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien.

WS5 Nina Holtz
Inhaberin Moby Kids, bundesweites Netzwerk für Schulungen für Kinder und Jugendliche mit Übergewicht

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen – wie können wir betroffene Familien unterstützen?

Unsere Gesellschaft hat sich verändert, sowohl im Lebensmittelangebot als auch in der Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen. Das Resultat ist: Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von Übergewicht und Adipositas betroffen.

Im Workshop klärt Nina Holtz über die derzeitige Situation rund um das Thema „Kinder und Übergewicht“ auf und über die verschiedenen Hilfsangebote, die es für die Familien gibt – darüber, welches Angebot sich für welches Alter empfiehlt und was die Angebote in der Regel beinhalten. Außerdem wird mit den Teilnehmer:innen gemeinsam erarbeitet, wie Familien schon ganz früh für die Themen Ernährung und Bewegung begeistert werden könnten.

Kurzvita Nina Holtz:
Nina Holtz, Jahrgang 1974, hat Deutsch-Italienische Studien in Bonn und in Florenz studiert und danach einige Jahre im Bereich Messe und Event gearbeitet. Nach der Geburt ihrer Kinder hat sie sich umorientiert und leitet seit 2014 das Netzwerk Moby Kids. Moby Kids bietet an derzeit 20 Standorten bundesweit verschiedene Kurse für Kinder, Jugendliche und deren Familien mit Übergewicht an, in Präsenz und online.

WS6 Kathrin Joswig
Medienpädagogin

Mit Medien in Bewegung!

Schon im frühen Kleinkindalter interagieren Kinder mit Tablets, Smartphones und anderen digitalen Medienangeboten – schließlich haben auch wir Eltern und Fachkräfte die Geräte unentwegt in den Händen.

Doch wie können wir den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien ermöglichen, während wir gleichzeitig ihr Bedürfnis nach körperlicher Aktivität und Entspannung im Blick behalten? Der Workshop „Mit Medien in Bewegung“ bietet Impulse und Anregungen, um das Interesse der Kinder an digitalen Medien konstruktiv aufzugreifen. Wir betrachten Apps, die sich mit Bewegungs- und Entspannungsangeboten verbinden lassen, und probieren aus, wie Elemente aus digitalen Spielen in spannende und bewegungsreiche Aktivitäten auf dem Schulhof umgewandelt werden können.

Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit der Frage, welche Bedürfnisse die Medienangebote für Kinder befriedigen und wie wir dies positiv aufgreifen können. Gemeinsam erarbeiten wir Strategien, um eine ausgewogene Balance zwischen digitaler Nutzung und körperlicher Aktivität zu fördern und die Entwicklung der Kinder ganzheitlich zu unterstützen.

Kurzvita Kathrin Joswig:
Kathrin Joswig ist Diplom-Pädagogin und als Medienpädagogin seit vielen Jahren in Hamburg und darüber hinaus tätig, u.a. beim jaf e.V. und der Initiative Creative Gaming. Hauptberuflich arbeitet sie seit 2021 als Referentin für das pädagogische Qualitätsmanagement bei den Elbkindern.

WS7 Rebecca Koppert
Zertifizierte Ernährungsberaterin (VDOE), Dipl.-Ökotrophologin, Kinderkrankenschwester

Zwei Herzen – gesund von Anfang an. Ernährungs- und Bewegungskonzepte in Schwangerschaft und Stillzeit für Wissensvermittler:innen

Schwangerschaft und Stillzeit sind aufregende und vor allem auch prägende Phasen im Leben werdender Eltern. Eine gesunde Ernährung und ein aktiver Lebensstil sind jetzt von besonderer Bedeutung, jedoch die Fülle an Informationen gleichzeitig herausfordernd.

Voraussetzung ist somit ein fundiertes Wissen, um werdende Eltern zu befähigen, richtige Entscheidungen zu treffen. Doch was beinhaltet eine gesunde Ernährung in diesen Zeiten im Detail? Der Workshop vermittelt Handlungsempfehlungen, räumt mit gängigen Mythen auf und bietet einen Überblick über Energie- und Nährstoffbedarf sowie eine ausgewogene Lebensmittelauswahl. Ist eine vegane Ernährung möglich oder eher davon abzuraten? Wie viel darf eine schwangere Frau zunehmen? Auf diese und viele weitere Fragen wird es Antworten geben, mit dem Ziel, schwangeren und stillenden Müttern und ihrem Baby ein Fundament für Gesundheit und Wohlbefinden anzubieten.

Kurzvita Rebecca Koppert:
Dipl. oec. troph. Rebecca Koppert, Jahrgang 1979, ist als zertifizierte Ernährungsberaterin (VDOE) spezialisiert auf die Beratung von Kindern und deren Familien. Ihre berufliche Laufbahn umfasst überdies die Leitung von Ernährungsprojekten für Kinder im Auftrag der IKK classic und eine Expertenrolle bei edukonzept, einer Plattform für pädagogische Bildungsangebote. Ihren Werdegang im Gesundheitswesen startete sie mehrere Jahre zuvor als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin, bevor sie nach ihrem Studium eine Schlüsselposition in der klinischen Ernährungstherapie mit den Schwerpunkten in Onkologie und Pädiatrie übernahm.

WS8 Agnes Mali, Sandra Stumpf
Agnes Mali: Diplom Sozialpädagogin, Systemische Beraterin DGSF (in Zertifizierung), Familienmediatorin, STEEP™-Beraterin.
Sandra Stumpf: Dipl.-Wirtschaftspsychologin, Wirtschaftsmediatorin, Systemischer Coach und Potentialentwicklerin, Kinderschutzfachkraft

Gesunde Ernährung von der Schwangerschaft bis zur Einschulung: Gesundheitsförderung für hochbelastete Familien mit komplexen Herausforderungen am Best-Practice-Beispiel „Gesund-gemeinsam-genießen“

In diesem Workshop wird das Programm „Gesund-gemeinsam-genießen“ (Infos zum Programm s.u.) vorgestellt und ein konkreter Einblick in die Arbeit gegeben: Was wird gemacht, wie wird die Zielgruppe erreicht, welche Stolpersteine wurden aus dem Weg geräumt und welche Mindestausstattung ist erforderlich?

Durch konkrete Beispiele können die Teilnehmenden aus den unterschiedlichen Berufsfeldern Handlungsempfehlungen für ihre eigene Praxis mitnehmen. Es wird genügend Zeit für den gemeinsamen Austausch, Nachfragen und Fragen, die die Teilnehmenden mitbringen, geben.

Informationen zum Programm „Gesund-gemeinsam-genießen“
Gesundheitsförderung und Prävention in Lebenswelten gemäß § 20a SGB V, Zielgruppen-spezifische Interventionen des GKV Bündnis für Gesundheit.

Förderzeitraum: 01.04.2023 bis 31.03.2027

Um eine gesunde, vielfältige Ernährung sicherzustellen, stehen hochbelastete Familien vor komplexen Herausforderungen und sie benötigen Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten. Mit dem Projekt „Gesund-gemeinsam-genießen“ wird ein Beitrag zur Förderung eines selbstbestimmten gesundheitsorientierten Handelns von Eltern, Müttern und Vätern geleistet. Hier werden elementare Grundlagen für eine gesunde Ernährung vermittelt, die Entwicklung von Fertigkeiten und den Transfer in den Familienalltag gefördert, damit das Wissen als Handlungskompetenz den Eltern zur Verfügung steht.

Im Zentrum des Projektes steht die Förderung eines gesunden Ernährungsverhaltens von Kindern und Eltern. Insbesondere soll auf die ersten 1000 Lebenstage, die bereits in der Schwangerschaft beginnen, Einfluss genommen werden. Bereits hier wird ein Grundstein für eine gesunde Ernährung gelegt. Gelingt es in dieser Frühen Zeit, die Ernährung vielseitig und gesund zu gestalten, dann fällt es den Kindern später leichter, dieses ebenfalls zu tun. Mit der Einführung der Familienkost gegen Ende des 1. Lebensjahres geht die Säuglingsernährung nahtlos in die optimierte Mischkost für Kinder über. Auch das Essen am Familientisch ist ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung eines gesunden Ernährungsverhaltens, sowie die kritische Auseinandersetzung der Eltern mit den eigenen Ernährungsgewohnheiten, da diese als Vorbild zum Teil unbewusst den Kindern vermittelt wird. „Gesund-gemeinsam-genießen“ ist als Gruppenangebot über sechs Termine konzipiert. Der „Dreiklang“ aus „Wissen-Haltung-Handlungen“ prägt das Konzept.

Es wird in einfacher Sprache und auf Englisch durchgeführt. Zielgruppe sind die originären Nutzer:innen der Angebote der Familienteams von ADEBAR. Zu ihnen zählen vornehmlich alleinerziehende Mütter und Väter, Familien mit Migrationshintergrund, Familien mit klinisch relevanten psychisch Belastungen und Erkrankungen. Die Projekt-Zielgruppe nimmt eher keine klassische Gesundheitsprävention, die über die gesetzliche Krankenversicherung angeboten wird, in Anspruch. Für das Projekt wurden verschiedene Themenblöcken entwickelt, die sich an den jeweiligen konkreten Bedarfen der Gruppen orientiert haben. Diese Bedarfsorientierung erfordert seitens Gruppenleitungen eine hohe Flexibilität und sichert gleichzeitig die Nachhaltigkeit des Angebotes.

Kurzvita Agnes Mali: Agnes Mali ist seit November 2013 im Fachamt für Jugend- und Familienhilfe in Hamburg Altona als Netzwerkkoordinatorin der Frühen Hilfen und als Kinderschutzkoordinatorin tätig. Die Netzwerkkoordination der Frühen Hilfen ist als Querschnittsaufgabe konzipiert und umfasst u.a. die Handlungsfelder Weiter- und Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen, hierzu wird sehr eng mit den Trägern der regionalen Familienteams in Hamburg Altona zusammengearbeitet.

Die Netzwerkkoordination der Frühen Hilfen ist als Querschnittsaufgabe konzipiert und umfasst u.a. die Handlungsfelder Weiter- und Qualitätsentwicklung in den Frühen Hilfen, hierzu wird sehr eng mit den Trägern der regionalen Familienteams in Hamburg Altona zusammengearbeitet. Das Projekt „gesund-gemeinsam-genießen“ schafft eine Brücke zwischen den Leistungen der Jugendhilfe (SGB VIII) und den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung (§ 20a SGB V).

Kurzvita Sandra Stumpf: Sandra Stumpf ist seit Januar 2019 in der GWA als Leitung des Fachbereiches ADEBAR und bis April 2024 zudem als stellvertretende Geschäftsführung bei der GWA St. Pauli e.V. tätig.

Die GWA St. Pauli e.V. ist ein seit fast 40 Jahren tätiger freier Träger mit einem breiten Angebot in den Bereichen Kulturarbeit, Sozialarbeit und Gemeinwesenarbeit. Der Arbeitsbereich ADEBAR arbeitet in den Frühen Hilfen als Träger und bietet an zwei Standorten in Hamburg Altona und in den Quartiersräumen Bahrenfeld sowie in zwei Wohnunterkünften im Arbeitsfeld der Frühen Hilfen Beratung und Begleitung für Schwangere und Familien mit Kindern im Alter von 0 – 6 Jahren an.

WS9 Jasmin Saribaf
Achtsamkeitstrainerin (MBSR) und Selbstmitgefühlstrainerin (MSC), Sozialpädagogin, Trainerin Starke Eltern/Starke Kinder, Yogalehrerin

Wie wir im pädagogischen Alltag Stressquellen erkennen und selbstfürsorglicher mit uns umgehen können

„Du kannst die Wellen nicht aufhalten, aber lernen zu surfen“ (Zitat John Kabat-Zinn). Wie kann es uns gelingen, im Alltag voller Anforderungen und vielen Stressquellen, die Gelassenheit zu finden und zu bewahren, die uns hilft zu „surfen“ und nicht unterzugehen?

Eine Gelassenheit, die uns Wurzeln schlagen lässt und uns so stetig durch das Leben trägt.

Im Workshop werden wir uns als gebende Person uns selbst zuwenden. Im pädagogischen Kontext ist die Beziehung zu anderen im Vordergrund – wir geben von Herzen und mit voller Energie und verlieren dabei uns selbst und unsere Bedürfnisse oft aus dem Blick. Wie finden wir wieder mehr in unsere Balance und können uns selbst stärken – denn „nur aus einer gefüllten Schale kann man schöpfen“. Ein achtsamerer Blick auf uns selbst hilft uns wahrzunehmen, wie es uns geht und wo wir, ohne zu merken, auch über unsere Grenzen gehen.

So üben wir die Fähigkeit, in Belastungssituationen des pädagogischen Alltags präsent, mit mehr Abstand und größerer Souveränität zu reagieren. Ein Ausstieg aus stressverschärfenden Gedanken wird möglich und eine Selbstfürsorge auch in schwierigen Momenten angeregt. Methoden werden Körperwahrnehmung (Body Scan), Atemübungen, Yoga, kleine Meditationen sowie Übungen zu mehr Selbstfürsorge und Entspannung sein. Zusätzlich wird theoretischen Input das Verständnis untermauern und ein Austausch miteinander ermöglicht, mehr ins Verstehen und in die Handlung zu kommen. Grundlage dafür sind Übungen und Anwendung aus dem MBSR (Mindfull Based Stress reduction) Programm nach Jon Kabat Zinn und dem MSC (Mindfull Self Compassioin) Programm nach Christopher Germer und Kristin Neff.

Kurzvita Jasmin Saribaf:
Jasmin Saribaf ist Sozialpädagogin und leitet eine Hamburger Elternschule mit. Sie hat verschiedene Weiterbildungen in den Bereichen Entspannung, Bewegungstherapie, Yoga und Achtsamkeitstraining (MBSR) sowie Selbstmitgefühlstraining (MSC).

Neben eigenen Kursen in Achtsamkeit, Yoga und Selbstmitgefühl gibt sie Fortbildungen für Pädagog:innen und Lehrkräfte (LI) zu diesen Themen.

WS10 Anne Schelberger
Dipl.-Ökotrophologin, zertifizierte Ernährungsberaterin, Schwerpunkt Kinderernährung, Referentin u.a. für die HAG e.V. und die Elbkinder Vereinigung, Beraterin für verschiedene Krankenkassen

Übergewichtsprävention – auch im Säuglings- und Kleinkindalter schon ein wichtiges Thema!

Übergewicht und Adipositas im Kindesalter ist ein großes Thema. Innerhalb des Workshops werden wichtige Aspekte aufgegriffen, die sich damit beschäftigen, schon in jungen Jahren eine gute Basis zu legen.

Kurzvita Anne Schelberger:
Anne Schelberger ist seit 2002 Diplom-Ökotrophologin und zertifizierte Ernährungsberaterin seit 2017. Ihre Beratungsschwerpunkte liegen in der Säuglings- und Kinderernährung. Seit mehr als 15 Jahren ist sie als Expertin für Ernährungsmodule in Schulen, in Elternschulen und Eltern-Kind-Zentren tätig. Sie führt Seminare, Vorträge, Elternabende und Workshops zu verschiedensten Themen der Kinderernährung durch und hat jahrelange Erfahrung in der Beratung übergewichtiger Kinder und Jugendlicher und deren Familien.