„Kinder in Bewegung?!“ – Online-Themenabend

„Wie gelingt gesundes Aufwachsen zwischen Medienkonsum und Fastfood?“ dieser Frage stellten wir uns im Rahmen unseres Online-Themenabends. Dazu luden wir Fachkräfte ein, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, sowie Ehrenamtliche und Interessierte, die mehr Informationen über das Thema sowie über Präventionsmöglichkeiten erfahren wollten.

Als Expertin konnten wir Prof. Dr. Dr. Christine Joisten, Professorin für Bewegungs- und Neurowissenschaften an der Deutschen Sporthochschule Köln, gewinnen.

Geschäftsführer Jörg Fischlin begrüßte die rund 110 Gäste und zeigte sich bei seiner kleinen Umfrage beeindruckt, dass sich die Teilnehmenden aus den unterschiedlichsten Regionen zugeschaltet hatten: „Das ist das erfreuliche an digitalen Veranstaltungen!“ Positiv war, dass die Gäste aus vielfältigen beruflichen Umfeldern kamen, wie unter anderem Kitas, Schulen, Beratungsstellen und Gesundheit. Das zeigt, wie wichtig das Thema Bewegung für alle Akteur:innen ist.

Nach einer kurzen Vorstellung unserer Stiftungsprojekte mitKids Aktivpatenschaften, Erlebnispädagogisches Schullandheim Barkhausen und Impulse, berichtete unsere Stifterin Ingrid Ehlerding von ihren Erfahrungen aus ihrer langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit: „Kindern fehlt oft der Antrieb und die nötige Motivation nach einem anstrengenden Tag noch in Bewegung zu kommen. Hier bedarf es unterstützende Brücken.“

Prof. Dr. Dr. Joisten begann ihren Impulsvortrag mit dem Statement: „Der Nutzen von Bewegung ist nicht neu. Es wird nur immer wieder neu bestätigt, dass Bewegung wichtig ist!“ Das untermauerte sie in den folgenden Schwerpunkten des Vortrages:

  • Nutzen von Bewegung
  • Übergewicht in Deutschland (vor/nach der Pandemie)
  • Psychische Entwicklung bei Kindern und Jugendlichen
  • Empfehlungen und Prävention

Laut Christine Joisten hat besonders der steigende Konsum visueller Medien einen Einfluss auf die Bewegung von Kindern und Jugendlichen: „Soziale Medien und Bewegtbilder nehmen im Alltag deutlich die Überhand. Das Gehirn überreizt durch die Verpixelung visueller Medien. Dadurch entsteht keine Bewegung, kein Fühlen mehr.“ Auch zur heutigen Werbung fand sie deutliche Worte: „Burger und Pommes sind lecker und cool. Das ist die Wahrnehmung von Kindern – leider auch durch Werbung vermittelt. Dabei wird viel verschleiert, besonders was den Gehalt von Zucker angeht.“

Schon während des Vortrages kamen viele Fragen im parallel verlaufenden Chat auf, die die Professorin im Anschluss ausführlich beantwortete und dabei auch auf Quellen und weitere nützliche Empfehlungen für die praktische Umsetzung verwies.

Zum Abschluss der Veranstaltung bestand die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen in digitalen Breakout-Rooms intensiv auszutauschen. „Sie können mir Löcher in den Bauch fragen – das ist auch eine Form des Abnehmens!“, scherzte die Professorin. Das griffen die Teilnehmenden gerne auf und erfuhren von zielführenden Maßnahmen, die sie in der Praxis anwenden können, wie beispielsweise das gelingende Integrieren von Bewegung in den Familien der Kinder und Jugendlichen. Deutlich wurde jedoch auch, wie individuell die Herausforderungen sind. „Es gibt kein Patentrezept, um Kindern die Freude an Bewegung zuzubringen bzw. zurückzubringen. Mein Tipp: Einfach machen!“, so die abschließende Empfehlung von Christine Joisten.

Wir danken herzlich Prof. Dr. Dr. Joisten für den Vortrag und den intensiven Austausch. Ein großes Dankeschön geht an alle Teilnehmenden des Impulsvortrags, die sich so engagiert mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen.